Da war ich dann heute an so einem Kurs für Arbeitslose. Erstaunlich, dass so was bereits um 8:30 beginnt, ich hab’s aber geschafft. Dort stelle ich nach zwei Stunden erfreut fest, dass die Sache bereits um 13:00, nicht – wie angenommen – um 17:00, zu Ende sein wird (vielleicht sollte ich ab sofort mehr als die ersten zwei Sätze von Briefen lesen).
Bringt mich allerdings ein klein wenig in die Bredouille, denn da war noch irgendein Brief von der Hausverwaltung, dass sie heute irgendwie für irgendwas die Wohnung anschauen kommen (warum weiss ich nicht genau, den Brief ebenfalls nicht ganz gelesen). Schlüssel schon bei den Nachbarn abgegeben, doch was kann ich tun, an einem regnerischen Montag (begegnen will ich denen nicht)? Museen haben geschlossen, die Uhren- und Schmuckmesse interessiert mich auch nicht besonders. Aber schnell weg, sonst begegne ich denen noch. Die Leute kommen dann sogar zu früh (die im Brief angekündigte Zeit immerhin gemerkt), der Spuk dauert erstaunlicherweise keine dreissig Sekunden. Kann mir nicht vorstellen, wozu diese Besichtigung gut war, ausser vielleicht, um zu überprüfen, ob ich noch lebe. Und ich hatte dann noch Zeit, den von der Arbeitslosenstelle geraubten Schlaf nachzuholen.

Uneingeladene Personen
Veröffentlicht in Erstaunlich am 29. April 2013 von lueqRegen im Süden
Veröffentlicht in Urlaub am 27. April 2013 von lueq Ich durfte eine Nacht ins Tessin, weil mich Leute zum Übernachten eingeladen haben. So nutze ich die Gelegenheit und mache einen Umweg, schliesslich will ich doch noch sehen, wie die Flüsse dort hinter dem Bahnhof von Domodossola zusammenfliessen. Dabei komme ich immerhin an der hässlichsten von mir je gesehen Kirche vorbei, doch dorthin, wo ich eigentlich will, schaffe ich es leider nicht. Es ist schwerer (und weiter) als angenommen, eventuell hätte ich all die Schilder mit „Passaggio vietato” ignorieren sollen. Der leichte Regen liess meine Abenteuerlust auch auf ein bescheidenes Mass anschrumpfen. Aber immerhin etwas weiter gekommen als beim letzten Versuch und ich bin recht überzeugt, dass der nächste Anlauf von Erfolg gekrönt sein wird.
So setzte ich meine Reise bereits etwas durchnässt fort und fahre mit der Centovallibahn Richtung Locarno. Dabei lasse ich es mir nicht nehmen, bei Palagnedra aus dem Zug auszusteigen. Dort regnet es dann ziemlich übel (Optimismus liess mich ohne Regenschutz losziehen) und die eigentlich schöne Natur ärgert mich. Nach einer Stunde verlasse ich das Höllenloch. Wenigstens weiss ich jetzt, warum dort im Stausee immer so Blubberblasen aufsteigen.
Dann weiter über Locarno nach Minusio, wo der Regen noch ärgerlicher wurde. Wenigsten hatte ich ein Dach über dem Kopf.
Und wenn ich heute schon in der Nähe bin, fahre ich kurz nach Lugano, wo es fast schon Sonne hatte, aber nicht so wirklich. Ich kriege einen Regenschirm geschenkt. Mit Zebras drauf. Herzig!

Und jetzt bleibe ich eine Weile daheim
Veröffentlicht in Fussball, Urlaub am 25. April 2013 von lueqIch hatte ein Glück mit dem Wetter in Brighton. Fast schon schade, dass mir schwimmen zuwider ist. Ich habe mich sehr gut mit der Katze angefreundet, vielleicht war sie auch nur sauer auf mich, weil ich auf ihrem Platz gepennt habe und so ist sie deshalb jede Nacht auf mich draufgelegen. Und weil ich die Stadt schon etwas kenne, habe ich mir den DaySaver gegönnt und bin die Küste mit dem Bus rauf und runter gefahren. So bin ich in Peaceheaven gelandet, wo es gar nichts gibt, die Englische Vor-Vorstadt ist erstaunlicherweise einiges unhässlicher als erwartet, auch die Steilküste ist sehenswert. Dann Richtung Osten bis Southwick. Strand dort sieht eigentlich genau gleich aus wie in Brighton selber, aber menschenleer. Wohl deshalb, weil man erst einen Werftkanal überschreiten muss. Zurückkommen war dann etwas mühsam, weil ein Schiff raus- und eines reingefahren ist. Dauert schon so seine dreissig Minuten und nach fünf hätte man es eigentlich gesehen gehabt.
Beim Hunderennen dann verwette ich erstaunlicherweise nicht mein ganzes Geld, der Verlust hält sich in Grenzen, zwei- von etwa achtmal gewinnt sogar die Töle, auf die ich mein Geld gesetzt habe (mit Quoten von etwa 1:1.68).
Und noch mein Geheimtipp für England: falls irgendwer die Gelegenheit hat, ein Harveys aus Lewes zu trinken, soll das unbedingt gemacht werden, so etwa das beste Bier, das ich je gehabt habe (und es war bisher nicht wenig)..
Dann kam ich Heim und musste schon bald weiter nach München, denn da war ja der Fussball. Hui. Endlich einmal ein richtig, richtig gutes Spiel. Bin ich mir gar nicht gewohnt. Auch wenn die meisten Tore hart an der Grenze zum Erlaubten waren, verdient war es schon.

Hausarbeitsfrust
Veröffentlicht in Ärger am 17. April 2013 von lueqHeute bin ich schon wieder mit Bügeln dran. Es bring ja nicht viel, wenn man sein Hemd ansehnlich zurechtpäppelt, danach in den Handgepäckkoffer presst, um dann in Rom festzustellen, das die ganze Kacke wieder recht zerknüllt aussieht. Heute will ich mir besonders Mühe geben und lege Wert auf ein sauberes Mise en place. Dazu suche ich sogar das Verlängerungskabel, bei dem ich erst zu spät feststelle, dass das nur zweipolig ist. Bringt gar nichts, ist aber bisher auch ohne gegangen. So beginne ich ohne, was sehr ärgerlich wird, denn das Kabel ist eigentlich zu kurz. Ganze viermal nehme ich zu viel Schwung und reisse das Kabel aus der Buchse. Nervt wirklich schwer, ich glaube, ich habe sogar ein paar neue Schimpfwörter erfunden (oder gab es schon Kackpissarschfotze?). Danach breche ich die Übung ab. Ein halb gebügeltes Hemd soll den Engländern reichen.
Eben ist mir eingefallen, dass ich bisher einfach den Tisch, auf dem ich gebügelt habe, näher an die Steckdose gezogen habe. Hab jetzt aber echt keine Lust mehr, noch einen Versuch zu unternehmen.

Leider unaufsteigbar
Veröffentlicht in Fussball am 16. April 2013 von lueqIch hätte es nicht für möglich gehalten, dass ich auf meiner Tour de Nationalliga B ein gutes Spiel sehen würde. War gestern in Winterthur. Der Kick selber war vielleicht gar nicht so begeisternd, das Drumherum aber grossartig. Ich habe schon viel gutes über den FC Winterthur gehört, habe erfreut festgestellt, dass das alles tatsächlich stimmt. Ein sehr angenehmes, zuweilen selbstironisches Publikum. So nennt sich der Fansektor z.B. Bierkurve, in Anlehnung daran gibt es den Abschnitt für Kinder, welcher Sirupkurve heisst. Ein Stand ist aufgebaut, der Alkoholshots verkauft, der Erlös davon geht an die Bekämpfung des Hooligan-Konkordats (weiss jemand ein anderes Stadion, in dem so was möglich wäre?). Dazu viele kleine sympathische Details. Und auch die 2:0 Niederlage gegen die Granata (inkl. Penaltytreffer vom kleinen Yakin) wird von den Zuschauern mit Humor genommen. Einer meint: „wenigstens haben wir zwei Tore gesehen“. Obschon nur andere Fans um ihn rumstehen, wird er nicht verprügelt, sondern mit ihm gelacht. Glaube, den Club werde ich öfters besuchen gehen.

Ich alte Urlaub-Sau (inkl. Umweg)
Veröffentlicht in Fussball, Urlaub am 15. April 2013 von lueqEs gibt freilich schlimmeres, als dass man unerwartet seinen Urlaub verlängern muss. Denn von Donnerstag bis Montag bin ich in England, dann lande ich in Genf, von da aus geht es aber nicht direkt Heim, sondern erst nach Solothurn, von da aus weiter nach München. Unerwartet wurde ich heute zu FC Bayern – FC Barcelona am Dienstag eingeladen und da will ich freilich schon hin (wieder Mal ein gutes Spiel anschauen), Bus fährt am Morgen von irgendeiner Autobahnraststätte aus. Schon etwas anstrengend, tu ich aber gerne. Wird aber schwer, die Koffer zu packen.

Derby
Veröffentlicht in Fussball, Urlaub am 14. April 2013 von lueqUm die Sonne zu sehen, hätte ich heute nicht ins Tessin gemusst. Ich bin trotzdem gefahren. Ganz weit in den Süden, denn da wollt ich mir was ansehen. Das bringt etwas Verwirrung im Regionalzug von Lugano aus, denn die SBB führt heute die Umfrage durch, wer von wo nach wo fährt. Ich kann dem Interviewer jedoch nicht sagen, wo ich hin will, ich weiss nur, wo ich dann aussteigen muss. Nach kürzerer Diskussion einigen wir uns darauf, dass ich in Capolago raus muss. Dort bin ich aber noch nicht ganz richtig, denn von da aus muss ich noch etwa 500 Meter nach Riva san Vitale watscheln, denn da steht das älteste erhaltene christliche Bauwerk des Landes und das will ich schon Mal gesehen haben. Das Baptisterium aus dem 5. Jahrhundert ist dann tatsächlich noch langweiliger, als ich es mir vorgestellt habe. So bin ich dort schnell wieder draussen und ich gehe zur nahe gelegenen Kirche Santa Croce. Die sieht vom Zug aus nicht so schlecht aus, und wenn ich schon Mal da bin… Alter Schwede! Ich bin begeistert! Ich habe noch nie so schlechte Fresken wie in diesem Gemäuer aus dem 17. Jahrhundert gesehen. Erinnert irgendwie an die Unterführungen, die von Schulklassen bemalt werden dürfen. Und ich steh ja auch auf Wände, die so bemalt werden, dass es von Weitem so aussieht, als ob es Marmor wäre. Hat es dort auch, aber auch nicht besonders gelungen. Aber für meine Augen sehr sehenswert, das Ganze, aber schnell abgehakt, und ich kann zu meinem eigentlichen Ziel: Lugano. Dort habe ich etwas Zeit über, und um die Augen zu entspannen, schaue ich mir Santa Maria Degli Angeli an. Schöne Fresken, aber viel. Also auf dorthin, wo ich hin will, zum Stadio Cornaredo. Immerhin WM-geprüft (Italien-Belgien, 1954). Heute mit Lugano gegen Chiasso. Sehr zuschauerunfreundlich gemacht. So mit Bahn um den Platz, Gittern (selbst die Fans des Heimteams müssen in einem abgesperrten Sektor ausharren), u.s.w. Dazu der Fussball. Jämmerlich! Vielleicht habe ich die Qualität der Spiele der Nationalliga B erfolgreich verdrängt. Unter jeder Sau! Lugano gewinnt immerhin 2:0.
