Um den Lago di Lugano

Ich hab Zeit und freie Fahrt auf dem Schienennetz. Gestern den Wetterbericht einverleibt und gesehen, dass ich die Wahl habe zwischen Regen (Basel), Nebel (Mittelland), Schnee (Berge) oder Sonne (Alpensüdseite) .Fällt mir die Entscheidung leicht. Ich beginne mit Campione d’Italia. Ist zwar Italien, aber irgendwie doch nicht so wirklich. Egal in welche ich von Campione d’Italia hingehe bzw. Schwimme, ich lande wieder in der Schweiz. Obschon der Seeblick recht nett ist, lohnt es sich nicht wirklich dahin zu reisen. Ich frage mich, welche Existenzberechtigung dieser Fleck hat. Ausser Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Glücksspiel fällt mir nichts ein. Ach so. Darum. Das Casino haben sie beeindruckend hässlich hingeklotzt. Ich bin schon auf dem Weg zum Gehen, da parkt zufälligerweise der – von mir bereits vergessene – Grund neben mir, warum ich eigentlich dahin wollte. Ich gehe zum Polizisten hin, der (nicht wegen mir) aussteigt und frage ihn, ob ich sein Auto fotografieren darf. Er ist ein wenig konsterniert, bleibt aber freundlich, sagt zu und fragt mich warum. Worauf ich ihm erzähle, dass ich es unglaublich beeindruckend finde, dass eine italienische Polizeikarre mit einem Schweizer Nummernschild rumkurft. Ich darf fotografieren, frage ihn dann noch, wo denn die nächste Busstation wäre, ich will hier fort. Der Polizist bleibt weiterhin nett und schlägt mir vor, mich zur Haltestelle zu begleiten. Mit einem Polizisten bin ich noch nie zum Bus geführt worden. Stolz erfüllt mich. Zurück nach Lugano, von dort aus weiter nach Montagnola. Wär sicherlich nicht besonders interessant, doch hat immerhin Hermann Hesse dort ein paar Jahre gewohnt. Kann ich gut verstehen, Aussicht ist nicht schlecht, auch sein Haus hat’s in sich. Dort übernimmt mich dann der Jagdtrieb und ich beschliesse nach Italien zu fahren, um billig Zigaretten zu kaufen (keine Tabacceria erblickt in Campione). Wieder Bus sfahren, umsteigen auf die Bahn nach Ponte Tresa. Dort ist spannend. Ich steige in Ponte Tresa in der Schweiz aus, gehe über den Fluss, bin immer noch in Ponte Tresa, dabei aber in Italien. Zigaretten gefunden und zurück nach Lugano. Dort hab ich sogar vierzig Minuten zeit, nehme aus Langeweile die Standseilbahn vom Bahnhof in die Stadt runter und lande per Accident an einem Lichtspektakel am Ratshaus zur Weihnachtszeit. Zum Teil ein wenig kitschig, aber insgesamt doch recht beeindruckend (auch wenn ich nur die letzten vier Minuten gesehen habe).

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