Am Eis (unerwartet)

Reisetag. Erst das übliche, nach Domodossola. Anfangs fand ich es etwas mühsam, dass die Italiener das Gleis neu bauen und ich deshalb in Iselle auf den Bus umsteigen musste. Nun aber doch ganz gut so, hätte ich doch ohne das Rumgestehe am Bahnhof die vereisten Felsen sicherlich übersehen. Domodossola selber etwas doof heute. Vor- oder Nachfasnacht. Ich weiss es nicht genau. Wenig kostümierte, aber dort, wo ich sonst gerne draussen meinen Kaffee in Ruhe trinke steht eine riesengrosse Box, die mich mit Ghost Busters, Karma Chameleon, YMCA u.s.w. derangiert. Ich denke, dass es auf dem Bahnhofplatz angenehmer sein könnte und versuche dort mein Glück. Steht nun aber ein Rumba-Rumba-Wagen, der mich mit Whigfields Saturday Night beschallt. Nüchtern nur schwer zu ertragen, so ergreife ich die (geplante) Flucht. Weiter nach Camedo. Die Bahn heisst „FART“. Hihi. In Camedo hat es ein Seelein, dass auf den Bildern im Internet ganz interessant ausgesehen hat (ausserdem muss ich dort so was wie „umsteigen; kompliziert, der Fahrplan vom Furzbähnchen). In echt sieht es dann ganz anders aus als auf den gesehenen Fotos. Gar kein Wasser, nur Eis. Aber auch recht. Lange bleibe ich nicht dort, denn bald dampfe ich weiter nach Tegna. Hab gelesen, dass Patricia Highsmith dort begraben sein soll. Wär ein gutes Hobby, Begräbnisstätten von berühmten Persönlichkeiten Besuchen gehen, die nicht wirklich so sehr berühmt waren. Vielleicht fällt mir aber was noch Blöderes ein. Das Grab (Plastikblumen) ist nach fünf Minuten gefunden auf dem Friedhof (es scheinen nicht viele Leute zu sterben in Tegna) gleich neben der Bahnstation. Dann zwei Minuten Andacht vor dem Urnengrab, danach habe ich 53 Minuten zur freien Verfügung. Was tun in Tegna? Drei der drei Kneipen, die ich sehe haben Ferien. Der Glockenturm ist ganz nett. Dazu noch wahrscheinlich der Endpunkt eines Planetenweges. Pluto. Pah. So was von 2007. Der Zebrastreifen ist interessant. Na ja. Ich beschliesse also weiterzuziehen (Zeit auch endlich rum) und nehme meinen Kaffee auf der Piazza Grande in Locarno. Dort ist erfreulich menschenleer. In den vier Kneipen, die draussen Tische aufgestellt haben sitzt insgesamt eine Person (mich mitgezählt). Kaffee gut.

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