Kunst, Festung, Karren, Fussball

War sehr fein im Elsass gestern, auch wenn ich doch fast ein bisschen zu viel unternommen habe. Frühmorgens um 8 (Samstag!) bereits los nach Colmar. Dort in Musée Unterlinden zum Isenheimer Altar. Gross, gross, super! Sonst schaue ich mir dort noch die sonstige permanente Sammlung an. Die ist für mich etwas verstörend. So nach dem Motto „wir haben sehr viel Zeug und zeigen das auch alles, bemühen uns aber nicht, irgendein Konzept reinzubringen“. Waffen, Möbel, Modernes, archäologische Funde, Kirchenfenster u.s.w. Das alles ziemlich planlos reingestellt. Wohlwollend nehme ich eine Dubuffet-Plastik neben dem Gott-Segne-das-Hafner-Handwerk-Schrein (18. Jh.) zur Kenntnis.
Von da mit dem Bus weiter nach Neuf-Brisach. Schon geil, dass eine ganze Stadt als Festung angelegt ist, sähe aus der Luft besser aus, als wenn man wirklich dort ist. Hat ein wenig von seinem Zauber verloren, nachdem ich nun viermal dort war. Die Schäfchen im Burggraben waren aber süss.
Zurück nach Mulhouse ins Automobilmuseum (ohne den Oberrheinischen Museumspass wäre ich kaum gegangen). Dort ist erst eine Show („auf der Piste“) unter anderem mit dem 2CV aus dem Louis-de-Funès-Film (inkl. Nonne) und Herbie (Dudu wär mir freilich lieber gewesen, ich nehme aber, was ich kriege). Dann kucke ich mir noch diese Sammlung an. Die Geschichte dahinter eigentlich tragisch: Die Textilfabrikanten Schlumpf haben als Hobby Autos gesammelt und dabei (heimlich) so viel Geld verpulvert, dass die ganze Fabrik pleite ging, 2000 Arbeiter standen auf der Strasse. Dann Insolvenz u.s.w., schliesslich hat der Staat die Sammlung aufgekauft, damit doch noch etwas Geld da war. Die fast 500 Fahrzeuge sind dann echt der Hammer. Zum ersten mal in meinem Leben bedaure ich es fast ein wenig, dass mich Autos überhaupt nicht interessieren, doch auch so bin ich schwer begeistert. Damals haben sich die Designer noch Mühe gegeben. Ich habe das Gefühl, mit der Sammlung könnte man mindestens zwei bis drei gut florierende Textilunternehmen ruinieren.
Danach zum Fussball. Vierte Französische Liga. FC Mulhouse – US Raon L’Etape. Letztes Spiel der Saison, es geht um überhaupt nichts mehr. Ein Stadion für über 10’000 Leute (sogar mit elektronischer Anzeigetafel, die allerdings nach 49 Minuten den Geist aufgibt), es kommen so um die 300. Wie erwartet sind die Amateure sehr schlecht, ich werde aber gut unterhalten. Der Club ist mir sympathisch, so unterstütze ich ihn tatkräftig (liegt allerdings eher am Bierpreis von 2€). Raon L’Etape gewinnt 2:0. Schade, aber egal.
Und nach dem Kick habe ich sogar noch etwas Zeit und kann mir ein architektonisch interessantes Gebäude (so rund) beim Bahnhof anschauen gehen und für die Statue vom Le Schweissdissi reicht es auch noch (Name besser als Skulptur).

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