Affenhitze

Auf dem Weg nach Ascona habe ich einen kleinen Umweg über Domodossola (schon wieder) eingeschaltet. Dort freilich Zigaretten kaufen und endlich den 95° (1a qualità). Den nicht für mich, sondern zur Weitergabe als Basis für selbstgemachte Liköre. Flasche aber geil, schön, die in der Hand zu halten (leicht für einen Liter). Dann die lahme Bahn nach Locorno,danach zu Fuss in brütender Hitze nach Ascona. Dort sehe ich mir – hurra – Polo an. Find ich toll; macht so auf Schickimicki, eigentlich aber voll Trash. Z.B. wundere ich mich vor dem Spiel, was denn der Bub mit der Fahne hinter dem Tor macht, ich stelle dann fest, dass der eine wichtige Aufgabe erfüllt: ist ein Tor gefallen, wedelt er mit der Fahne. Der Totomat wird per Hand betrieben (zuletzt gesehen bei Spartaks Jurmala : Metta), leider nur mit einstelligen Zahlen; ein Spiel endet eigentlich 12 : 7 (Team Andermatt Swiss Alps : Team Styger & Partner), kann aber nur mit
2 : 7 angezeigt werden. Team Bentley und Team Julius Bär spielen
8 : 8 unentschieden, der Kommentator (die Spiele werden live kommentiert) fragt dabei ins Mikrofon, ob die spiele eigentlich unentschieden ausgehen können (sie können). Einmal rast ein Gaul in den Torpfosten. Der fällt um. Darauf kommt der Gemeindearbeiter und hämmert diesen wieder vorschriftsgemäss ein. Die Dannemann-Ische, die während den Spielen vorbeikommt und Zigaretten verteilt könnte man allerdings auch im Fussball einführen. Abschliessend bleibt mir zu sagen, dass Polo auf Sand besser ist als auf Schnee. Trotzdem nicht wirklich gut. Ich werd aber sicher wieder hingehen.
Dann darf ich sogar im Tessin übernachten, ich schaffe es mit Problemen, den Treffpunkt zu finden (Tiefpunkt dabei war, als ich nach einer Stunde rumgeirre festgestellt habe, dass ich wieder da war, wo ich schon dreissig Minuten vorher war).
Heute dann nach Brissago. Dort will ich mir den Kreuzweg anschauen (keine Ahnung, was ich daran finde). Der ist dann auch nicht besonders gewaltig, zudem völlig falsch. Hat zwar die üblichen vierzehn Stationen, mit dabei aber so Zeug wie „Jesus und Judas Ischariot“, „Jesus im Garten Gethsemane“ und „Einzug Jesu in Jerusalem“. Über 300 Jahre falsch da und scheint gar keinem aufgefallen zu sein. Wenigstens ist die Kreuzigungsszene dann recht imposant, wenn auch recht hoch auf dem Hügel oben. Und auf dem Weg runter kommt mir eine Judenfamile entgegen (erkennbar an den lustigen Hüten). Ich verstehe die Situation zwar nicht wirklich, gefällt mir aber.
Und auf dem weiteren Streifzug durch Brissago werde ich noch einmal enttäuscht. Nichts. Sie hätten dort ein Denkmal (oder wenigstens einen Gedenkstein) für Nella hinstellen sollen.

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