Komisch, dass so ein Spektakel nur 520 Leute interessiert

Aus unerfindlichen Gründen bin ich gestern bereits um fünf Uhr früh aufgewacht. Dann gedacht, ich könnte ja bereits den Zug um 6 statt um 11 nehmen, wenn ich schon wach bin. Tessin. Zug hatte etwas Verspätung, freilich wird im Tessin der Anschluss nicht abgewartet, so musste ich mich 50 Minuten in Bellinzona unterhalten. Ich renne hoch zum Castelgrande und bin begeistert, wie toll meine App mit den Bergen da funktioniert. So bringe ich die Zeit gut rum bevor es weitergeht nach Ponte Brolla. Von dem habe ich nicht viel gewusst, ausser dass es in der Nähe vom Bahnhof eine Klippe gibt, von der aus man 20 Meter runter in die Maggia springen kann. Runterspringen will ich nicht, sieht aber bestimmt interessant aus (und vielleicht hat’s ja grad ein paar Wahnsinnige, die am baden sind). Die Strasse rauf sehe ich schon ein paar kleinere Weglein, die in die Nähe des Flusses (absolut apokalyptisches Aussehen) führen, besonders vertrauenswürdig sehen die jedoch nicht aus. So spaziere ich weiter, bis ich an eine alte Eisenbahnbrücke komme. Diese überquere ich. Mutprobe! Sehr beängstigend, über eine rostige Brücke auf einem Eisengitter zu gehen, durch das durch man den zwanzig bis dreissig Meter unten liegenden Abgrund sieht. Ich bin sonst nicht der Höhenschisser, das war aber doch recht viel. Dummerweise muss ich noch mal drüber, damit ich zum Bahnhof komme. Das ist mir dann genug in Sachen Abenteuer und ich beschliesse, die Klippenspringer-Klippe nicht weiter zu suchen. Schnell weg da, zurück nach Locarno. Dort finde ich die Statue eines Heiligen, der sich gerade am Sack kratzt, ansonsten ist gerade noch der Tessiner Harley Davidson Treff. Ich mische mich ein wenig unter die Leute und greife mir eine Biker-Bibel ab. Das hatte ich also schon sehr viel erlebt, bevor mein eigentliches Ziel drankommt. Das mit dem Fussball ist mir ja tatsächlich ein erstaunlich ernstes Anliegen. So war mein Ziel gestern das Spiel Locarno – Wil (der Letzte gegen den Zweitletzten). Auch so ein Scheisstadion, mit Tartanbahn ums Feld, das wird allerdings durch den gemässigten Bierpreis gemildert. 3.50. Dazu Coretto zu 3.50 (!), Weisswein zu 3 pro dl (!!), der billigste Rotwein (Barbera) zu 2.50 das Glas. So trinke ich mir das Spiel schön, es läuft tatsächlich beängstigend viel. Wil gewinnt 3 : 0 (würde mich sehr erstaunen, wenn der Absteiger Ende Saison nicht Locarno heisst). Und wenn die Spieler nur ein klein wenig besser den Ball treffen würden, hätte es am Schluss gar etwa 5 : 2 geheissen (wenn die Spieler zwar besser wären, hätte es kaum so viele Chancen gegeben). Irgendwie beginnt mir die Nationalliga B mit jedem Spiel besser zu gefallen (welche Freude, dass ich in diesem Jahr noch sechs mal gehen muss, um meinen Plan zu erfüllen).

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