Durchgemacht mit Calvinus

Wenn Jello Biafra in Genf spielt, geh ich freilich hin. Da ich nicht für 5 Franken die Stunde arbeiten gehe, habe ich Zeit und gehe etwas früher. Bin dann zum Zusammenfluss von Rhone und Arve gelatscht. Hab gedacht, könnte interessant sein, Arve bräunlich-gräulich, Rhone blau. Unten beim Zusammenfluss sieht es ganz ordentlich aus, ich erblicke aber ein Eisenbahnviadukt, das sogar begehbar ist, und beschliesse, auf das zu gehen. Dazu muss ich erst einen Riesenumweg machen, damit ich eine Brücke über die Arve finde, danach muss ich in einem Wald so etwas wie einen „Weg“ hochkraxeln. Im Wald etwas seltsam, stehen da gar zwei aus Planen gezimmerte Zelte rum (soll teuer sein, der Wohnraum in Genf). Zwischendurch muss ich auf allen Vieren den Wald hochklettern. War ja ’ne blöde Idee. Wenigstens komm ich dann (mit nochmal dumpfen Umweg) auf die Eisenbahnbrücke. Der Blick auf dem Zusammenfluss von da nicht schlecht, war die Mühe aber nicht wirklich wert. Danach sonst noch was Genf angeschaut (inkl. ein paar weiteren Verirrungen). Z. B. gesehen, dass das Tram nach Petit Lancy fährt. Klingt süss, fand ich und bin hin. War aber nicht süss. Dann hab ich die Zeit endlich rumgebracht und konnte zum Konzert, erst noch den M. am Bahnhof abholen.
Konzert dann schon recht gut, ohne Jello würd ich mir das aber glaub nicht anhören. Am meisten geht es freilich ab, wenn zwischendurch ein Lied der Dead Kennedys angestimmt wird. Juppie! Nazi Punks Fuck Off. Bei Holday in Cambodia beschliesse ich, mir das Ganze aus der Nähe ansehen zu gehen, dabei springt der Jello auf mich. Glücklicherweise helfen die anderen Konzertbesucher, ihn aufzufangen.
Nach dem Konzert müssen wir dann halt die Nacht durchsaufen, bis zum ersten Zug, da weder der M. noch ich irgendwen in Genf kennen. Das ist wie gewohnt ganz lustig, sehr erstaunlich, dass morgens um 4 auf irgendeinem platz einer sein Klavier aufgestellt hat und in die Tasten haut. Tatsächlich ein paar Leute um ihn rum, die dazu Walzer tanzen. Nicht schlecht.
Zugfahrt Heim dann eine Qual, mir ist schlecht (seltsam).
Aber insgesamt ein Ausflug mehr, den ich nicht missen möchte. Komisches Genf. Irgendwie mag ich es, irgendwie ist es aber auch zum Kotzen. Werd aber bestimmt wieder gehen (dann vielleicht etwas weniger trinken, bin nicht fit heute)
Übrigens: „Sac à gerbe“ heisst „Kotztüte“.
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