Ein Tag, Zwei Destillerien

Seit ein paar Monaten stehe ich auf Fruchtsalat. Dabei ist es allerdings wichtig, aber etwas zeitaufwendig, dass die Früchte wirklich klein Geschnitten und „geputzt“ werden (maximal 8x8x8 mm; Trauben achteln, Kerne Raus; bei Orangen die Haut mit dem weissen Zeug dran abschneiden). am besten wird der Fruchtsalat dann, wenn er mit Himbeerlikör (Likör, nicht Geist) gepimpt wird. Da ist mir aber nun der Himbeerlikör ausgegangen. Gäbe es zwar auch einen bei Ulrich am Claraplatz, ich finde aber, ich gehe den gleich selber holen bei einem Erzeuger in Pontarlier.
Die Reise nach Pontarlier mache ich etwas anders als sonst, ich steige bereits bei der vorletzten Bustation in La Cluse-et-Mijoux aus. Weil dort ist die Destillerie „Les fils d’Emile Pernot“, die macht den Absinth „Vieux Pontariler“, abgefüllt in einer der schönsten Flaschen, die es überhaupt gibt. Also rein in die Schnapsbrennerei. Einfach super! Wie ich es mir vorstelle und sein muss.  Schon vor dem Haus riecht man, was drin gemacht wird, drinnen eine ungeheuer schöne Auswahl an alkoholischen Getränken, inklusive „sauf, was du willst“. Bei der Degustation kann ich ein klein wenig mit meinem Fachwissen glänzen, mit so Sätzen wie „Tannenschnaps find ich ganz OK, muss ich aber nicht mehr unbedingt haben“. So probiere ich einen „Vieux Pontarlier“ (65% vol.), dann noch einen „Absinthe H. Deniset Jeune“ (56% vol.). Beides klasse, teuer, muss aber sein. Dann erblicke ich noch einen Guignolet, so ein Kirschlikör. Probieren. Geil. Kaufen. Danach werde ich noch kurz durch die Produktionsstätte geführt. Leicht angesäuselt und mit zwei Litern Hochprozentigem bewaffnet gehe ich dann zu Fuss nach Pontarlier.
Nach Pontarlier gäbe es drei Wege. 1. Durch die Klus, der Strasse entlang, nicht sehr erfreulich. 2. Über den Berg links zum Chateu de Joux. Wäre geschichtlich sicher sehr spannend, dort hat schon Heinrich von Kleist eingesessen, zudem haben die Franzosen dort drin den Haitianischen Nationalhelden jämmerlich verrecken lassen, leider erst ab Mai geöffnet. 3. Über den Berg rechts, mit dem Fort Mahler. Für den Weg entscheide ich mich, muss dann feststellen, dass das Fort Mahler IMMER geschlossen ist, der Weg aber so richtig gut, mit Aussicht aufs Unterland. Das hat sich ja wieder mal gelohnt.
Pontarlier heute wettermässig sehr freundlich, auch wenn die Zeit etwas knapp. Schnell bei der Destillerie Guy rein, auch ein bisschen was probieren. Ein Absinth (zwar gut, hab ich aber gerade wirklich genug), einen Irgendwas-Trauben (so grappamässig, aber nicht sehr fein, der Ausschenker meint dazu auch, dass der eigentlich nur zum kochen gebraucht wird), zu guter Letzt irgendein mit Honig gestreckter Rum (erstaunlich lecker) . Ich nehm dann aber doch nur den Himbeerlikör. Und ein kleines Schnapsglas (gute Kundenbindung; gäbe es eigentlich nur im Sechserpack, der Mann hat aber Mitleid mit mir und schenkt mir das).
Die Fahrt nach Hause dann auch amüsant, schon wieder leicht betrunken. Zwei mal besoffen in einem Tag… Etwas unvernünftig, war aber geil.
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