Ich, der Unterstützer der Wegwerfgesellschaft

Posted in Ärger on 11. Mai 2016 by lueq

Das Konzept von einem Duftstein im eigenen Klo zu Hause gefällt mir. Ich habe das System „Hygo WC“ von der Migros. Dabei habe ich ein wiederverwendbares Duftsteinkörbchen, wenn die Seife fertig ist, kann ich eine Neue einschieben. Bei meinem letzten Einkauf habe ich gedacht, ich probier mal eine neue Duftnote aus: „Stick Flower“. Die am Montag eingefüllt und seither ist es ganz, ganz furchtbar. Es riecht so wie auf einem öffentlich Klo, wenn man ganz, ganz viele Chemikalien verwendet, damit man auch ja nichts anderes riecht. Wenn ich das auf der Bahnhoftoilette hab, find ich das ganz OK. Aber zu Hause? Sorry, wirklich widerlich und ungeheuer penetrant. Und weil ich alleine wohne, steht die Klotüre eh meistens offen, so riecht nun die ganz Wohnung nach „Stick Flower“. Ich hab derzeit echt ein wenig das Gefühl, eine vielbesuchte Bedürfnisanstalt zu bewohnen. Vielleicht geht’s in zwei Stunden wieder; den Duftkorb weggeschmissen, die zwei noch verbleibenden Reserve-Duftsticks ebenso. Jetzt viel rauchen in der Wohnung, dann wird’s besser.
Keine Experiment mehr, in Zukunft nur noch die Duftnoten „Tanne“ oder „Zitrone“ einpacken („Caribic Blue“ trau ich mich nicht mehr)
Duftsein

Der Ritter der Strasse

Posted in Hölderlin sagt: on 9. Mai 2016 by lueq

Es rummst gewaltig, als ich aus dem Hause komme, um meine Einkäufe zu erledigen. Ich schaue mich um und sehe eine ältere Dame mit Hündchen betroffen vor einem Hauseingang stehen. Aus dem Hauseingang scheuen zwei Beine raus. Ich geh mir das genauer ansehen und kann mir zusammenreimen, dass die am Boden liegende, noch ältere Dame über die Stufe vor dem Haus gestolpert ist und dann mit ihrem Gesicht einen Teil der Glastüre zertrümmert hat. Gesicht so ein bisschen zerschnitten (ein Riss quer über die Nase, nicht sehr tief), Hände auch, Blut, viel Blut, wenigsten ist sie ansprechbar. Recht hässlich ist der Hautlappen, der ihr vom Hals runterhängt (daher das viele Blut). Ambulanz rufen, schnell daheim ein wenig Erste-Hilfe-Zeug holen. Dann eine Rolle Küchenpapier zur Säuberung opfern, die anderen Leute gut zureden lassen (hat sich eine kleine Menge angesammelt, keine Glotzer, eher Helfer) bis die Ambulanz kommt. So spare ich mir mein Verbandszeug und Desinfektionsmittel (was soll ich eine Wunde verbinden und säubern, wenn gleich die Profis kommen). Als der Wagen da ist frage ich noch kurz nach, ob ich noch was tun kann oder ob ich jetzt eher im Weg stehe. Ich stehe eher im Weg, so kann ich noch meinen Einkauf machen gehen.
Nicht sehr schön das Ganze, aber auch kaum allzu arg. Die Dame sollte heute aber wieder nach Hause können.
Ritter_der_Strasse

Im Judendorf

Posted in Urlaub on 7. Mai 2016 by lueq

Man war ja schon immer weltoffen in der Schweiz. So durften z.B. Juden bis 1866 sich gerade mal in zwei nebeneinanderliegenden Gemeinden im Kanton Aargau niederlassen. Im Rest des Landes durften sie nicht wohnen. So mach ich ich heute auf eine Art Geschichtsexkursion nach Endingen und Lengnau. Erst Endingen. Hat halt keine Kirche, sondern eine Synagoge, sonst nicht viel Unterschiede zu einem „normalen“ Dorf. Auch wenn ein Haus vielleicht mal eine Matzenbäckerei war, ich seh nur ein altes Haus. Interessanter die Hauseingänge. Juden und Christen durften zwar unter dem selben Dach wohnen, aber nicht denselben Eingang benutzen (macht ja wirklich Sinn), so haben viele Häuser Doppeltüren. Ich gehe zu Fuss nach Lengnau, mache dabei einen Abstecher über den israelitischen Friedhof. Schon etwas gruselig, wenn man alleine da ist. Lag vielleicht am Schild, dass unbefugtes Betreten eine Strafe von hundert Eiern nach sich zieht (ich weiss nicht, ob ich befugt war), andererseits habe ich in meinem Rucksack eine unkoschere Schinkenstulle eingepackt (ja; tut mir leid, will niemandes religiöse Gefühle verletzen), der Umstand verschlimmert sich noch dadurch, dass ich noch Käse ins Brot gepackt habe (ich Goi). Der Herrgott lässt Gnade walten und ich werde nicht vom Blitz erschlagen. Weiter nach Lengnau. Dort auch ein Synagoge und ein paar alte Häuser, die ich aber gar nicht als besonders speziell wahrnehme (ausser den Doppeltüren).
Juden hab ich gar keine gesehen. Vielleicht weil alle weggezogen sind (verständlich; Kanton Aargau), vielleicht aber auch, weil alle den Sabbat nutzen und daheim vögeln, um das Volk Israel zu vermehren (kann man machen).
IMG_1175 IMG_1177 IMG_1178 IMG_1182 IMG_1183 IMG_1186 IMG_1196

Die Seuche im Bad

Posted in Hölderlin sagt: on 6. Mai 2016 by lueq

Einer der widerlichsten Gegenstände, den man in jedem Haushalt findet, ist das Zahnputzglas. Zähne geputzt, die noch nasse Bürste ins Glas gestellt und dann läuft der Rotz in den Becher hinunter. Wirklich ein immer sehr unschöner Anblick. Und putzen auch doof, denn ich will mein Geschirr nicht mit einem Schwamm säubern, den ich vorher mit Zahnbakterien kontaminiert habe. Lösung bisher war es, nach der Reinigung des Zahnglases auch gleich den Schwamm zu entsorgen. Da ich ungeheuer geizig bin, war meine Zahnglashygiene freilich nicht so optimal. Heute was Neues! Ich wässere den taubenkotartigen Satz im Glas erst ein paar Stunden, bevor ich die Scheisse dann ganz einfach mit einem Küchenpapier auswischen kann (das ich darauf nicht schon vor Jahren gekommen bin). Das ist gut.
Zahnputzglas

Im Sumpf

Posted in Urlaub on 5. Mai 2016 by lueq

Bereits 1987 wollte ich es mir anschauen gehen. Es war damals so: die Armee fand, ist ja doof, so ein Hochmoor, da bauen wir uns doch einen Waffenplatz hin. Dann kamen die Linken mit einer Initiative und das Schweizer Volk ist zwar doof, aber nicht immer und hat dem Militär einfach vorgeschrieben, dass die Landschaft unter Schutz gestellt wird.
Hat dann ein paar Jahre gedauert, aber ich gehe heute nach Rotenthurm. Moorwanderweg. Wege massiv gebaut, keine Angst vor Treibsand. Ganz interessant, ich leider zu wenig Botaniker, als dass ich viele seltene Pflanzen entdeckt hätte. Echt gut, sehr unberührt, erfreulich ruhig (an Auffahrt scheint man nicht ins Moor zu gehen). Hätte vielleicht noch besser sein können, wären nicht viele Wege gesperrt gewesen (Vogelbrut). Rothenturm dann ein ziemliches Kaff, interessant aber das beschriftete Dach der Kirche.
IMG_1144 IMG_1145 IMG_1146 IMG_1150 IMG_1151 IMG_1152 IMG_1153 IMG_1156 IMG_1157 IMG_1158 IMG_1161

Don’t Call Me Gewohnheitstier!

Posted in Hölderlin sagt: on 4. Mai 2016 by lueq

Ich fülle Toilettenpapier im Badezimmerschrank auf. Dabei bemerke ich, dass es dabeigar nicht drauf ankommt, ob ich die Rollen stehen oder liegend staple, es wird gleich viel Platz beansprucht. Bisher habe ich immer liegend aufbewahrt. Heute finde ich, ich mach nun was, was ich noch nie in meinem Leben gemacht habe und ordne das Klopapier stehend ein. Zwar bestimmt nicht eine neue Zeitrechnung, die für mich nun beginnt, aber immerhin was Neues gemacht heute. Super!
Toilettenpapier

Das Ende der CD

Posted in Musik on 3. Mai 2016 by lueq

Als ich vor Jahren hier einzog, habe ich eine Kiste CDs ausgemustert und in einem Pappkarton in den Keller verfrachtet. Damals noch gedacht, vielleicht hab ich ja irgendwann wieder Lust, mir was davon anzuhören (oder evtl. steigen die CDs im Wert; haha). Nun ist die Kartonschachtel gerissen und ich stosse auf meine alten CDs. Ist ja furchtbar! Echt furchtbar, was ich all für Scheiss besessen hab (da ich mich heute in einigermassen gutem Licht darstellen möchte, nenne ich keine Namen). So fällt es mir doch ziemlich leicht, den ganzen Dreck wegzuschmeissen.
Mit einer Ausnahme. Wie damals Knarf Rellöms „Fehler is King“ in den Keller gelangt ist, ist mir völlig unerklärlich.
Das_Ende_der_CD

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.